Rundbrief 4

 

Ausgabe 4  März / April 2003

 

Jaymasi!

 

Was ja ungefähr soviel bedeutet, wie: Gelobt sei unser Gott. Und das meine ich wirklich so! Ich muss heute mal wieder zuerst DANKE an alle fleißigen Beter sagen, denn wir haben ein genialen Gott, der unsere Gebete nicht verwirft! Was ist passiert???

 

Das Wunder...

...wie Ihr meinem letzten Rundbrief ja entnehmen konntet steht mein nächster Umzug nach Rukum vor der Türe, und dieser schien mit dem Fußmarsch ja etwas beschwerlich zu werden. Insbesondere natürlich, weil ich eben immer noch Malheur mit meinem Knöchel habe und doch etwas vorsichtig sein sollte.

Doch was sollte ich tun? Der Auftrag von Gott nach Chaurjahari zu gehen war klar, also wollte ich gehen – im Vertrauen auf ihn. Ich muss gestehen, natürlich machte auch ich mir weiterhin Sorgen um den Weg. Und dann kam das Wunder. An selben Tag, an dem wir einen neuen Patientenrekord mit 172 Pat/Tag aufstellten und ich abends glücklich war endlich nach Hause zu dürfen und die Beine hochzulegen, kam mein nep. Mitbewohner Hari freudestrahlend nach Hause und sagte er habe eine Überraschung für mich. Er hatte in der Zeitung gelesen, dass an diesem Tag das erste Flugzeug wieder nach Chaurjahari geflogen ist, und somit der Flugverkehr wieder aufgenommen wurde. Tja und das bedeutet nun eben für mich im Klartext, das ich fliegen werde! So kümmert sich Gott eben wirklich auch um zerbombte Flugplätze und sein „Bodenpersonal“.

 

 

Meine Arbeit in Besisahar….

Die letzten 4 Wochen habe ich fast ausschließlich im ER Emergency Room (Notaufnahme) und im OP mit dem franz. Chefarzt verbracht und ich habe ne Menge dazu gelernt. Für mich als „Innere“ - Schwester gab’s da einiges. Doch inzwischen habe ich mich glaub ganz gut als Anästhesistin (Narkoseärztin) und Verbrennungswundenspezialistin gemausert.

Es ist total erschreckend für mich, wie viele Patienten mit Verbrennungen wir tagtäglich hier haben. 2 davon haben mir es ganz besonders angetan. Das eine ist ein 2 jähriges Mädchen und es kam mit übelsten (2.-3.°Grad) Verbrennungen am kompletten Hinterkopf zu uns. Allerdings war schon der ganze Kopf grün vor Eiter uns stank fürchterlich. Auf die Frage was den passiert ist und warum man uns das Kind erst jetzt brachte bekamen wir folgende Antwort: Sie hatte sich wohl einen Topf kochenden Tee über sich geschüttet und das ganze ist mehr als 1 Monat her.

Nachdem man es nun wirklich nicht mehr ansehen konnte und es immer mehr stank, beschloss man dann doch ins Hospital zu kommen. Es ist leider immer wieder die traurige Wahrheit hier. Mädchen gelten hier nichts und warum sollte man dafür auch noch Geld ausgeben,...

 

  

Der 2. Patient nun wird unter dem Personal schon liebevoll als „Silkes Privatpatient“ gehandelt und irgendwie ist er mir auch richtig ans Herz gewachsen. Es ist ein ganz armer Tropf. Vor ca. 3 ½ Wochen kam der 53jährige Wanga Tamang völlig verwahrlost mit 2 eingewickelten Händen zu uns. Was sich darunter verbarg kann man nicht beschreiben. Furchtbar. Beide Hände und Unterarme offen, die Gelenke bereits angefault und überall Eiter, Eiter, Eiter. Wir haben dann herausgefunden, dass er sich vor 2 Jahren!!! beide Hände verbrannte und dann auch in einem anderen Hospital zur Behandlung war. Dort wurde ihm ein Finger amputiert und die Wunden behandelt. Doch irgendwann ging dem armen Bauern das Geld aus und so schickte man ihn fort. Nach dem es nun nach wie vor nicht zugeheilt war, hörte er in seinem kleinen Bergdorf Manang von unserem Spital und machte sich auf den Weg. Wanga Tamang hat alles verloren, sein Geld, sein Besitz (es ging für die Behandlungen drauf), seine Familie (die nichts mehr mit ihm zu tun haben will, weil er nicht mehr arbeiten kann), und es blieben ihm nur seine 2 fauligen Hände. Nun wohnt er inzwischen in einem kleinen Staff-Häuschen auf unserem Spitalgelände, wir haben ihn schon 2 x operiert und er kommt nun täglich zum verbinden.

Noch ist nicht sicher ob wir seine kompletten Hände retten können, doch wir beten, dass wir Ihn uns seine Hände retten können. Er hat inzwischen von Jesus Christus gehört und war am Samstag mit uns in der Kirche. In seiner neuen Bibel liest er fleißig und Gott möge sein Herz öffnen.

Royal Chitwan National Park….

Einige von Euch haben es bereits mitbekommen. Anfang März habe ich mir 4 Tage „Urlaub“ gegönnt und habe mich mit meinem Rucksack in den Süden Nepals aufgemacht. Hat mich doch auch die Abenteuerlust gepackt und ich wollte endlich auch mal Elefanten, Nashörner und Krokodile sehen. Und ich kann euch sagen, dieser Flecken Erde mit seinen Tieren ist einfach traumhaft.

  

Es war eine ganz besondere Erfahrung auf einem Elefantenrücken bis zu 5m an die Nashörner heran zu kommen, ohne das sie auf einen losgehen, wie mir das fast auf meiner Dschungelwanderung passiert ist. Das nette dort war dann noch, dass ich ausgerechnet in einem Hotel geschlafen habe, dass einem Hamburger gehört. Der hat sich dann so über mich gefreut, dass er mir gleich Land angeboten hat um dort eine kleine Klinik zu gründen,... Das werde ich wohl aber doch besser bleiben lassen, denn im Sommer hat es dort über 45°C und unzählige Moskitos. Doch im Herbst werde ich ihn vielleicht noch mal kurz besuchen, mal sehen.

  

Und nun....

... wartet Rukum auf mich. Ja in ein paar Tagen geht’s los. Im März hatten wir hier in Besisahar 3 Tage Besuch von der dt. Krankenschwester Susanne, die seit Jahren in Rukum arbeitet und auch noch bis Sommer dort sein wird. Ich hab die Zeit total genossen und einige nützliche Infos von ihr vorab schon erhalten.

Unter anderem aber auch, dass ich meine Tierliebe nun doch noch weiter ausbauen muss. Es genügt vermutlich nicht, dass ich mich inzwischen schon mit meinem neuen Zimmerbewohner „Alfred“ – einem Gecko – angefreundet habe (und das fiel mir schon schwer genug). Nein, denn anscheinend kann mir in Chaurjahari dann auch mal ein Tiger oder Leopard über den Weg laufen und Kobras, Vipern, Krait ...& unzählige Skorpione werden wohl versuchen mit mir das Zimmer oder das Bett zu teilen! :-|

Bei diesen Gedanken ist es mir zugegebener Massen nicht ganz wohl, doch auch hier will ich mich ganz auf Gottes Hilfe wieder verlassen. Habe ich doch nun schon so oft seine Hilfe ganz konkret erfahren, und weiß wohin ich mich wenden kann. Denn er hat’s mir versprochen und ich hab’s erlebt:

„Bei Gott allein kommt meine Seele zur Ruhe, von ihm kommt Hilfe.“

  (Psalm 62, 2)

 

Meine Gebetsanliegen

Danke, für:

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die gute Arbeit im Hospital in Besisahar

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die Gemeinschaft der Christen in Besisahar & ihre Arbeit insb. im Hospital

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das Wunder mit dem Flugzeug nach Chaurjahari

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für die Möglichkeit, die wir hier haben, durch das Hospital ein lebendiges Zeugnis zu sein

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jeden einzelnen, der mich auf irgendeiner Weise hier, sei es durchs Gebet, finanziell, durch Briefe, mails, Pakete oder sonst wie unterstützt.

 

Bitte, für:

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Wanga Tamang. Das Gott Heilung für seine Hände und für sein Herz schenken möge.

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viel Geduld, Weisheit & Feingefühl bei den immer wieder neuen kulturellen „Verschiedenheiten“ und dem Umgang damit.

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den Umzug nach Chaurjahari, und dass mir Gott zeigt, was meine Aufgabe dort sein soll.

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ein gutes Verhältnis zum ganzen Team dort im Krankenhaus

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viel Kraft, Weisheit & Liebe für das, was Gott hier mit mir vor hat.

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weiterhin die politische Situation zwischen Regierung und Maoisten im ganzen Land. (noch herrscht offizieller Waffenstillstand!!!)

 

Post....

... noch kurz 2 Sätze dazu. Natürlich wird es in Rukum durch die geographische Lage auch etwas schwieriger mit der Post. Doch ich bin nach wie vor bester Hoffnung, dass es funktionieren wird – auch wenn es mit Sicherheit noch länger dauern wird. Die Adressen für Post & Email bleiben nach wie vor die selben in Kathmandu (siehe rechts oben auf der 1. Seite)

 

So nun  wünsche ich euch allen ein gesegnetes Osterfest mit einem Herz voller Freude über den bedeutendsten Sieg der Menschheit und Gottes reichen spürbaren Segen.

 

Viele lieben Dank für alles An-mich-denken, jeden Brief /Email / Paket / Spende und jedes Gebet.

Gottes Segen!

Textfeld: Silke

 

Pheri betaunla

 

   (Bis zum nächsten Mal)

 

 

 

 

Kleingedrucktes:

Unterstützung:

Es tut immer wieder gut Post zu bekommen – sei es ein mail oder ein „richtiger“ Brief. Das ist immer ein kleines Highlight in meinem Alltag hier, und ein kleiner Lichtblick für mich Heimwehtante. (Adresse rechts oben im Eck!) Außerdem bin ich auf eure Gebete angewiesen. Wir haben einen Gott, der nicht an räumliche Grenzen gebunden ist, sondern der Gebete erhört! Wer meinen Nepalaufenthalt finanziell unterstützen möchte, darf dies gerne tun. Hierfür jetzt schon herzlichen Dank und ein ernst gemeintes „Vergelt’s Gott!“

Spendenkonto:

Kontoinhaber: Co - Workers International; Konto-Nr. 100 415 600 BLZ: 600 606 06, bei der EKK Stuttgart.

Verwendungszweck: Silke Söffner & eure vollständige Adresse

CWI möchte den Eingang der Spenden gerne bestätigen (stellen auch Spendenbescheinigungen aus), aber die Banken übermitteln nur den Verwendungszweck und nicht mehr den Einzahler. Deshalb bitte auch eure Adresse vollständig im Verwendungszweck angeben. CWI bittet um Rückfragen unter 0711/2106627 (Frau Wedde), wenn ihr innerhalb von 8 Wochen keinen Dank erhalten habt.

Rundbriefversand:

Für Rundmail: Simon Schuh, Heinsheimer Straße 34, 74906 Bad Rappenau, Tel:07264 / 206212; Email: SimonSchuh@t-online.de

Für Rundbrief: Maren Kümmerle, Sonnenberghöfe 2, 74193 Stetten a.H., Tel: 07138 / 6142

Bei Fragen, Adressänderungen, etc. wendet euch bitte an sie.

Kontaktadresse meiner Eltern in Deutschland: Helga & Eugen Söffner, Panoramaweg 3, 74193 Niederhofen, Tel: 07138 / 6138

 

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Stand: 26.12.06