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Ausgabe 3 Februar 2003 |
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Jamasyi!
Heute sollt Ihr mal wieder ein Lebenszeichen von mir aus Nepal erhalten. Und ob ihrs glaubt, oder nicht. Ich bin nun schon mehr als ¼ Jahr hier. Die Zeit vergeht auch am Fuße des Himalaya schneller als man denkt. Ich will euch ein paar kleine Einblicke geben:
Mein Umzug...
...am 27. Dezember war es endlich soweit. Nach einem sehr schönen Weihnachtsfest mit meiner amerikanischen Familie in Kathmandu, hatte nun der tägliche Sprachkurs ein Ende und ich befand mich zu meiner gewohnten Unterrichtszeit schon 3 Stunden in einem überladen „Public-Bus“ auf dem Weg nach Besisahar. Ich weiß, dass die meisten von Euch wenig Ahnung haben wie es da so zu geht, doch mich, die eben aus einem Busunternehmen stammt, traf dies wohl besonders hart. Hier ein paar Impressionen: 9 Stunden Fahrzeit für ca 200 km stehen vor mir, der Bus völlig überladen, die Leute stapeln sich, meine Ohren schmerzen bereits von dem ständigen dröhnenden gehupe des Busses vor jeder Kurve, nach 3 ½ Stunden hält man zu einer Daalbath & Pinkel - Pause, meine Ohren erholen sich etwas, es geht weiter, die Strasse unterschreitet das Niveau eines deutschen Feldweges, eine Frau erbricht hinter mir ihr Daalbath, alles läuft einem unter den Füßen hindurch, es scheint (außer mir) niemand zu stören,...
Am Abend komme ich endlich kurz vor der Ausgangssperre in Besisahar an, und ich werde auf dem Weg zu unserem Haus durch einen wunderbaren Sonnenuntergang im Himalaya entschädigt und reich beschenkt.
Das Lamjung Community District Hospital...
Mit 3 Worten beschrieben: Ein Wunder Gottes! Ja, das ist es wirklich. Es liegt am Rande der Kleinstadt Besisahar und ist von unserem Haus in ca 15 min Fußmarsch über die Reisterassen zu erreichen. Und es ist wirklich erstaunlich, wie sich dieses kleine Krankenhaus herausgemausert hat. Es ist nun seit Ende 2001 in den Händen der nep. Organisation HDCS und wird durch das „Deutsche Hilfswerk für Missionskrankenhäuser“ aus Achern unterstützt. Das ehemalige Regierungskrankenhaus war in einem sehr, sehr desolaten Zustand, und selbst die Patienten blieben aus. Doch inzwischen ist das, sich wohl im Dornröschenschlaf befundene, Hospital wieder zu neuem Leben erwacht. Es wird fleißig gebaut und modernisiert. Freilich mit „deutschen Augen“ angesehen, wäre es wohl eher mit einer Baustelle zu vergleichen, auf der Patienten behandelt werden. Doch im Vergleich zu anderen Krankenhäusern auch in Kathmandu ist es eben viel, viel mehr...
Und man spürt wirklich wie wichtig es jedem, der dort arbeitet ist, dieses Krankenhaus vorwärts zu bringen. Ca. 60 % des Personals sind Christen und in solch einem hinduistischen Land, schweißt so etwas in ganz besonderer Weise zusammen.
Ja, stellt euch vor, selbst die Regierung legt uns keine Steine in den Weg. Trotzt des offiziellen Missionierungsverbotes in Nepal, ist sowohl den Maoisten wie auch der Regierung bekannt, dass es jeden Morgen vor Arbeitsbeginn 30 min eine Mitarbeiterandacht gibt, und niemand hat etwas dagegen!!! Hallelujah!
Was tu’ ich dort...?
Die erste Zeit wurde mir zur Orientierung und Akklimatisierung bereit gestellt, und ich bin froh darüber. Ist doch die Pflege absolut nicht mit Deutschland zu vergleichen, und ich musste mir vieles zuerst mal von den ANM’s (das Stationspersonal) zeigen lassen.
War es doch neu für mich, dass es auf der Station mit ca 30 Pat. 3 Säle gab. In denen befanden sich allerdings nicht nur die männlichen & weiblichen Patienten gemischt, nein auch 2-3 Angehörige pro Patient waren dort untergebracht, um den Kranken zu versorgen. Die „heissgeliebte“ deutsche Schwesterntätigkeit wie Bettpfannen leeren, etc bleibt dort also aus.
Dafür dienen die Schwestern gleichzeitig als Hebamme, etc und ich war nicht nur ein bisschen erstaunt, als hinter mir eine Frau Ihr Kind entbunden hat, ohne auch nur einen Ton von sich zu geben. Wie ich inzwischen aber herausgefunden habe, gilt es für Nepalesinnen als Schande, wenn sie bei der Geburt schreiben! Also nichts hier mit „Kreißsaal“ (was ja von dem Wort kreischen stammt)!
Ansonsten habe ich in den letzten Wochen dann versucht einen größtmöglichen Eindruck von der ganzen Arbeit im Hospital zu bekommen, und mich flexibel überall dort einzubringen wo es Not am Mann war. Sei es nun auf der Station, dem Emergency Room (Notaufnahme), im OP oder auch einfach nur als Näherin oder Reparaturdienst für med. Geräte,...
Das Leben außerhalb des Hospitals,...
Ich wohne mit dem deutschen Elektriker & einem Nepali „Hari“ (der ebenfalls Christ ist und im Hospital arbeitet) zusammen in einer kleinen WG (Wohngemeinschaft) im Erdgeschoss des Mitarbeiterhauses. Und insb. durch Hari lerne ich sehr, sehr viel was das Leben des Nepalis und ihre üblichen Gewohnheiten betrifft. Ich habe mich außerdem mit 3 Mädels angefreundet, die nun in der Regel jedes Wochenende bei uns verbringen. Das ist erstens mal sehr amüsant und 2. eigenen sie sich hervorragend dazu mir das nepalesische kochen bei zu bringen. Samstags unternehmen wir dann nach dem Gottesdienst i.d.R. irgendwelche Ausflüge in die Umgebung und genießen die herrliche Landschaft.
Wie geht’s weiter...
Ich werde – so Gott will – bis Anfang April noch in Besisahar bleiben. Und danach werde ich dann in ein anderes Krankenhaus in Chaurjahari / Rukum District mit dem französischen Chefarzt wechseln. Dies ist ein noch kleineres Hospital was weiter im Westen liegt (nördlich von Nepalgunj – wer es auf der Karte suchen möchte) und wird nun im März 2003 auch offiziell von HDCS aus Regierungshänden übernommen. Das Problem dort ist in erster Linie, das es sich sehr weit ab von der Strasse befindet und inzwischen nur durch einen ca 10 – 15 stündigen (die Angaben schwanken sehr) Fußmarsch zu erreichen ist, denn der kleine Flughafen wurde von den Maoisten bereits zerbombt.
Dort ist meine Hilfe wohl sehr gefragt, und ich bin bereit mich von Gott auch weiterhin an den Platz führen zu lassen, wo er mich haben will und auf seine Hilfe zu vertrauen.
Bei dieser (gewiss nicht leichten) Entscheidung half mir sehr der Monatsspruch vom Februar der in Römer 8, 28 steht:
„Das eine aber wissen wir: Wer Gott liebt, dem dient alles, aber auch wirklich alles zu seinem Heil; denn dazu hat Gott selbst ihn erwählt und berufen.“
Meine Gebetsanliegen
Danke, für:
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das gute Ankommen & Einleben in Besisahar | |
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die gute Gemeinschaft der Christen in Besisahar & ihre Arbeit insb. im Hospital | |
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die Gnade Gottes, die hier so reich spüren darf | |
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jeden einzelnen, der mich auf irgendeiner Weise hier, sei es durchs Gebet, finanziell, durch Briefe, mails, Pakete oder sonst wie unterstützt. |
Bitte, für:
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viel Geduld, Weisheit & Feingefühl bei den immer wieder neuen kulturellen „Verschiedenheiten“ und dem Umgang damit. | |
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einen guten Zeit in Besisahar & den erneuten Umzug nach Chaurjahari | |
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Ein gutes Verhältnis zum ganzen Team dort im Krankenhaus | |
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Viel Kraft, Weisheit & Liebe für das, was Gott hier mit mir vor hat. | |
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Politische Situation zwischen Regierung und Maoisten im ganzen Land. (Momentan herrscht offizieller Waffenstillstand!!!) |
Silke und ihr Kaffee,...
Wie Ihr euch ja denken könnt, komme ich auch in Nepal nicht ganz ohne meinen Kaffee aus. Und inzwischen habe ich es auch schon geschafft, im Office in Kathmandu dafür „berühmt berüchtigt“ zu sein!!!
Als Mitte Januar ein Meeting der Officeleute im Hospital war, hatten wir einige Tage auch ein paar Gäste in unserem Haus. Natürlich habe ich ihnen auch einen „guten“ (deutschen) Kaffee angeboten, den sie auch dankend angenommen & getrunken haben. Letzte Woche erzählte mir dann aber ein anderer Freund unseres Hauses, der am Tag vorher auch einen Kaffee von mir getrunken hatte, das er im Office war und dass sich die Leute dort über den unmöglich starken und schwarzen Kaffee von mir ausgelassen haben, und es überhaupt nicht verstehen konnten, wie man eben so etwas bitteres nur trinken konnte! Das Fazit ist wohl, dass keiner unserer Leute aus dem Office wohl je wieder einen Kaffe von mir trinken wird,... – ...und ich wollte ihnen doch nur eine Freude machen!
Naja, so kann’s eben gehen (im Land der „Milchteetrinker“). Ich wünsche euch allen eine gute Zeit, ein fröhliches Herz und Gottes Segen.
Viele lieben Dank für alles An-mich-denken, jeden Brief /email / Paket / Spende und jedes Gebet.
Gottes Segen!

Pheri betaunla
(Bis zum nächsten Mal)
P.S.: Wie viele von euch leider bemerken mussten, hat die eine Emailadresse leider nicht funktioniert. Ihr findet die richtige rechts oben auf der ersten Seite! :-)
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Kleingedrucktes:
Unterstützung:
Es tut immer wieder gut Post zu bekommen – sei es ein mail oder ein „richtiger“ Brief. Das ist immer ein kleines Highlight in meinem Alltag hier, und ein kleiner Lichtblick für mich Heimwehtante. (Adresse rechts oben im Eck!) Außerdem bin ich auf eure Gebete angewiesen. Wir haben einen Gott, der nicht an räumliche Grenzen gebunden ist, sondern der Gebete erhört! Wer meinen Nepalaufenthalt finanziell unterstützen möchte, darf dies gerne tun. Hierfür jetzt schon herzlichen Dank und ein ernst gemeintes „Vergelt’s Gott!“
Spendenkonto:
Kontoinhaber: Co - Workers International; Konto-Nr. 100 415 600 BLZ: 600 606 06, bei der EKK Stuttgart.
Verwendungszweck: Silke Söffner & eure vollständige Adresse
CWI möchte den Eingang der Spenden gerne bestätigen (stellen auch Spendenbescheinigungen aus), aber die Banken übermitteln nur den Verwendungszweck und nicht mehr den Einzahler. Deshalb bitte auch eure Adresse vollständig im Verwendungszweck angeben. CWI bittet um Rückfragen unter 0711/2106627 (Frau Wedde), wenn ihr innerhalb von 8 Wochen keinen Dank erhalten habt.
Rundbriefversand:
Für Rundmail: Simon Schuh, Heinsheimer Straße 34, 74906 Bad Rappenau, Tel:07264 / 206212; Email: SimonSchuh@t-online.de
Für Rundbrief: Maren Kümmerle, Sonnenberghöfe 2, 74193 Stetten a.H., Tel: 07138 / 6142
Bei Fragen, Adressänderungen, etc. wendet euch bitte an sie.
Kontaktadresse meiner Eltern in Deutschland: Helga & Eugen Söffner, Panoramaweg 3, 74193 Niederhofen, Tel: 07138 / 6138
Stand: 26.12.06