Rundbrief 2

 

Ausgabe 2  Dezember 2002

 

Jamasyi! (der Gruß hier unter Nepalesischen Christen)

 

Nun bin ich schon mehr als einen Monat von meinem geliebten Schwabenländle getrennt und die Zeit vergeht hier wie im Flug. Zum Thema Flug und Abreise in Deutschland muss ich auch gleich mal mein erstes Danke an alle fleißigen Beter loslassen. Denn meine Hand ist nun ohne Komplikationen wirklich gut verheilt. Und für alle die es nicht mitbekommen haben; ich habe zum Abschied von unserem Hund Säm noch ein nettes Andenken bekommen, denn er hat mir sozusagen bis zum Schluss die Hand gehalten.... Aber wie gesagt nun ist alles wieder in Ordnung!

 

Der erste Eindruck...

...ja, der war leider nicht so toll. Denn als wir nach 2 Tagen Flug, mit Zwischenübernachtung in Abu Dhabi endlich abends in Kathmandu am Flughafen waren, hat uns ein Angestellter leider vergessen, und wir standen zuerst mal 2 Stunden nur herum (damit beschäftigt uns lästige Taxifahrer – die ein Geschäft witterten vom Hals zu halten!). Aber schließlich kam dann der Finanzchef persönlich und lud uns zur Entschädigung gleich mal ins beste Lokal des Viertels ein. Danach durften ich auch meine aktuelle Bleibe in Kathmandu / Patan beziehen. Es ist ein schönes Zimmer in einem Gästehaus der Organisation. Hier leben auch noch eine amerikanische Familie (Marcy & Steve) mit ihren 2 Kindern. Die beiden sind sehr nett und überaus geduldig mit mir (insb. was mein Englisch betrifft). Gerade z.B. bin ich krank (Grippe) und weil sie so mit mir mitfühlen, haben sie es wirklich allen ernstes fertig gebracht, irgendwoher Sauerkraut, Kartoffelbrei und Bratwürste aufzutreiben, und mich somit mit deutschem Essen zu trösten. Auch an meinem Geburtstag haben sie sich wirklich ins Zeug gelegt, um mich von meinem Heimweh zu trösten. Kann ich mir da noch bessere Gasteltern wünschen? Ich glaube nicht!

 

Hijo aaja Ma Nepali sikne...

(= Ich lerne gerade Nepali) Wie geplant, stecke ich gerade mitten in meinem 6 wöchigen Nepalikurs. Ich habe eine sehr nette Lehrerin (Samaa) die mir jeden Tag Einzelunterricht gibt. Es fällt mir jedoch leider nicht leicht diese Sprache zu lernen. Denn Nepali hat keinerlei Verwandschaft mit Englisch oder Französisch. Das hier gängige Devanaagari ist mit dem Sanskrit verwandt und gleicht somit eher den asiatischen Sprachen. Außerdem ist der Unterricht auf Englisch, und über diese Kenntnis konnte ich mich ja noch nie sonderlich rühmen. Doch von Tag zu Tag wird nun beides ein wenig besser und ich kämpfe mich so durch.

 

Und der Rest des Tages?

Der steht mir mehr oder weniger noch zur freien Verfügung. D.h. ich drehe hier natürlich nicht den ganzen Tag nur Däumchen. Nein ich soll / muß und darf vor allendingen, mich unters Volk mischen - um meine neu erworbenen Sprachkenntnisse praktisch anzuwenden, die Kultur kennen zu lernen und ein wenig Sightseeing zu betreiben. Kathmandu und Umgebung hat doch einiges an Sehenswürdigkeiten zu bieten. Außerdem muss ich mich natürlich hier auch noch um jede Menge organisatorische Dinge, wie Arbeitsvisa etc. kümmern und auch meine Kleidung wollte ein wenig angepasst werden.

 

Das bedeutet z.B. konkret, sich in irgendeinen der unzähligen Bazaren zu mischen, die sich über Kilometer von Hintertür zu Hintertür erstrecken und dort nach Stoff zu suchen, und diesen zu erfeilschen. Dann eine gute Schneiderei zu finden, und den Damen dort (die oft nur Tibetisch sprechen) zu erklären, wie man seinen Punchabi (so heißen die üblichen Kleider hier) gerne haben möchte, um dann nachher doch feststellen zu müssen, daß sie es so machen, wie sie es wollen. Naja, jetzt habe jedenfalls 3 fertige Punchabis und 1 Tibetisches Kleid erstanden... (für umgerechnet insgesamt 60 €!!! Alles Maßangefertigt!). Tja und die übrige Zeit verbringe ich dann mit Weihnachtsbäckerei für Freunde & Nachbarn hier. Es ist eine gute Gelegenheit ihnen von Jesus (dem Grund unseres feierns ) bei ein paar Leckereien und ’ner Tasse Chhiyaa (Nepalesischer Tee) zu erzählen. Ausserdem macht es den Kindern hier besonders viel Spaß mir dabei zu helfen,...

 

Die 2 bedeutende „K“s

Klima: Anfangs hatten wir hier tagsüber immer ca 25 – 28°C. Nachts kühlte es auf ca 10° ab. Und ich genoss diese Temperaturen und den Sonnenschein, nach unserem deutschen Novemberwetter sehr. Innerhalb kürzester Zeit hat sich das ganze aber verändert und wir haben jetzt tagsüber auch nur noch max. 10-12°C, nachts ca. 5-8°C. Wie kalt das aber wirklich sein kann, merkt man erst wenn man hier in einem Haus wohnt, dass typischerweise über keine Heizung verfügt. So freue ich mich doch, wenn ich am Tag meinen Nepalikurs auf dem Flachdach in der Sonne genießen kann oder am Abend zum aufwärmen in meinen warmen Schlafsack schlüpfen darf...

 

 

 

Kultur: Diese ist hier sehr stark vom Hinduismus, Buddhismus und sehr viel Aberglauben geprägt. Sind es doch aber insbesondere Kleinigkeiten auf die die Nepalis besonderen Wert legen und an die man denken sollte. Legt man zum Beispiel, wie bei uns üblich, im sitzen ein Bein über das andere, zeigt man somit seinem Nebensitzer (wenn auch unbewusst) seine Fußsohle, die als eine der unreinsten Stellen des Körpers gilt. Dies demonstriert folglich was man von seinem Nachbarn hält! Oder hier isst man z.B. nur mit der rechten Hand (ohne Besteck!). Man formt den Reis mit den Linsen (tägliches Essen hier: genannt Daalbhaat) zu einer kleinen Kugel und nimmt sie auf seine Finger. Der Daumen wird dazu verwendet sie Nahrung in den Mund zu schieben. Wehe aber, man berührt mit der linken Hand auch nur den Teller! Denn diese gilt ebenso als unrein, sie wird schließlich als Toilettenpapierersatz hier verwendet.

 

Meine weiteren Pläne...

Ich werde bis kurz nach Weihnachten noch hier in Kathmandu bleiben, dann werde ich nach Besisahar umziehen um dort meine Tätigkeit als Krankenschwester aufzunehmen. Ich habe vor 3 Wochen, das Hospital mal kurz besucht und bin wirklich positiv erstaunt über diese Arbeit dort. Mehr dazu aber im nächsten Rundbrief. Was Gott dort genau mit mir vor hat weiß ich noch nicht. Aber hier hilft mir ein Bibelvers der letzten Tage:

 

„Den er (der Herr) regiert bis in alle Ewigkeit mit Recht und Gerechtigkeit. Der Herr, der allmächtige Gott sorgt dafür und er verfolgt beharrlich sein Ziel.“ Jesaja 9, 6

 

Möchte ich doch einfach mithelfen Gottes Ziel zu verfolgen und ihm als sein Werkzeug dienen. Und da er, der allmächtige Gott ist, lege ich auch ganz getrost die politische Situation hier in seine Hände. Versuchen doch die Maoisten hier (gerade auch Schwerpunktmäßig in Besisahar), mit allen Mitteln die Herrschaft zu übernehmen. Doch ich weiss mich sicher geborgen in seiner Hand!

  

 

Meine Gebetsanliegen

Danke, für:

bullet

das gute Ankommen & Einleben hier

bullet

die netten Gasteltern Marcy & Steve, sowie mein guter Chef hier Tirtha & seine Frau Esther

bullet

die gute Heilung meiner Bisswunde

bullet

all die mutmachenden und bestärkenden Worte zum Abschied & ganz besonders auch für jedes einzelne Gebet. Ich darf immer wieder Gottes große Gnade ganz praktisch hier erfahren.

 

Bitte, für:

bullet

viel Geduld & Weisheit beim Nepali lernen

bullet

einen guten Umzug nach Besisahar kurz nach Weihnachten und gutes Einleben dort

bullet

Ein gutes Verhältnis zum ganzen Team dort im Krankenhaus

bullet

Viel Kraft, Weisheit & Liebe für das, was Gott hier mit mir vor hat.

bullet

Politische Situation zwischen Regierung und Maoisten insb. in Besisahar und im ganzen Lamjung District

 

 

So, nun wünsche ich Euch allen noch eine gesegnete Adventszeit, ein friedvolles Weihnachtsfest und ein gutes neues 2oo3 mit Gottes Gnade.

 

Viele lieben Dank für alles An-mich-denken, jeden Brief /email und jedes Gebet.

Gottes Segen!

Textfeld: Silke

 

Pheri betaunla

 

   (Bis zum nächsten Mal)

 

 

 

 

Kleingedrucktes:

Unterstützung:

Es tut immer wieder gut Post zu bekommen – sei es ein mail oder ein „richtiger“ Brief. Das ist immer ein kleines Highlight in meinem Alltag hier, und ein kleiner Lichtblick für mich Heimwehtante. (Adresse rechts oben im Eck!) Außerdem bin ich auf eure Gebete angewiesen. Wir haben einen Gott, der nicht an räumliche Grenzen gebunden ist, sondern der Gebete erhört! Wer meinen Nepalaufenthalt finanziell unterstützen möchte, darf dies gerne tun. Hierfür jetzt schon herzlichen Dank und ein ernst gemeintes „Vergelt’s Gott!“

 

Spendenkonto:

Kontoinhaber: Co - Workers International; Konto-Nr. 100 415 600 BLZ: 600 606 06, bei der EKK Stuttgart.

Verwendungszweck: Silke Söffner & eure vollständige Adresse

CWI möchte den Eingang der Spenden gerne bestätigen (stellen auch Spendenbescheinigungen aus), aber die Banken übermitteln nur den Verwendungszweck und nicht mehr den Einzahler. Deshalb bitte auch eure Adresse vollständig im Verwendungszweck angeben. CWI bittet um Rückfragen unter 0711/2106627 (Frau Wedde), wenn ihr innerhalb von 8 Wochen keinen Dank erhalten habt.

 

Rundbriefversand:

Für Rundmail: Simon Schuh, Heinsheimer Straße 34, 74906 Bad Rappenau, Tel:07264 / 206212; Email: SimonSchuh@t-online.de

Für Rundbrief: Maren Kümmerle, Sonnenberghöfe 2, 74193 Stetten a.H., Tel: 07138 / 6142

Bei Fragen, Adressänderungen, etc. wendet euch bitte an sie.

 

Kontaktadresse meiner Eltern in Deutschland: Helga & Eugen Söffner, Panoramaweg 3, 74193 Niederhofen, Tel: 07138 / 6138

 

 

Home | Rundbrief 1 | Rundbrief 2 | Rundbrief 3 | Rundbrief 4 | Rundbrief 5 | Rundbrief 6 | Rundbrief 7 | Rundmail

Stand: 26.12.06